Archive for 12. Mai 2009

Kühlung

12 Mai 2009

kuhlung

Web-Betriebssystem Icloud

12 Mai 2009

icloudIcloud ist eine Art Betriebssystem, das auf einem Server im Internet läuft (oder wohl eher im eigenen RAM). Also sozusagen ein virtueller Rechner im Browser. Man findet eine Oberfläche vor, die Windows ähnlich ist und auch so bedient wird (siehe Screenshot). Die Oberfläche ist deutsch und es gibt bereits eine recht ordentliche Zahl an Anwendungsprogrammen. Eine ganz nette Eigenschaft ist die Web-Festplatte, die immerhin bis zu 3 GB Speicherplatz bietet. Icloud ist kostenlos; ihr könnt es ja mal ausprobieren. Es ist natürlich auch, wie heutzutage leider kaum mehr zu vermeiden, eine Sozial Community mit all diesem Firlefanz drumherum. Ein Nachteil: diese Beta-Version läuft im Firefox noch als Alpha und sieht auch so aus; in einem IE-Tab läuft sie aber einwandfrei. Auch mit dem Browser im Asus Epress-Gate läuft Icloud leider nicht und auch nicht mit Opera.

Die Grünen blicken ja durch!

12 Mai 2009

diegrünenIch habe mir mal das Bundestags-Wahlprogramm der Partei Die Grünen angeschaut. Und ich war sehr überrascht: denn zumindest bei denen scheint es offensichtlich Leute zu geben, die wirklich durchblicken. Die folgenden Zitate sind dem Kapitel 13. „Digital ist besser – Für ein freies Internet“ entnommen:

„Das Recht auf einen freien Zugang zum Internet ist eine entscheidende Teilhabefrage des 21. Jahrhunderts. Wer keinen Zugang hat ist schnell abgehängt. Eine lückenlose Breitbandversorgung ist wesentlicher Bestandteil öffentlicher Daseinsvorsorge. Zudem wollen wir ein System öffentlicher WLAN-Zugänge.“

„Das Internet ist oft der letzte Hort der Freiheit in den Diktaturen unserer Zeit und das einzige Tor zur freien Kommunikation. Wir GRÜNE wollen eine freie Internetkultur. Diese wird aber immer öfter bedroht. Staatliche Institutionen und viele Unternehmen wollen das Internet einschränken, ihm die Freiheit nehmen. Die Filterung des Datenverkehrs sowie massenhafte und unbegründete Speicherorgien, wie die Vorratsdatenspeicherung, lehnen wir strikt ab. Den aktuellen Vorschlägen zur Einführung von Internetsperrlisten und den Aufbau einer umfassenden Sperrinfrastruktur erteilen wir eine klare Absage, da sie rechtsstaatlich und technisch unverantwortlich sind.“

„Wir treten für einen starken Datenschutz im digitalen Zeitalter ein und für die Stärkung der Medienkompetenz. Nur so ist es möglich, jeder und jedem bewusst zu machen, welche Daten man frei zugänglich ins Internet stellen sollte. Das Prinzip “Meine Daten gehören mir” muss immer gelten. Wir wollen Speicherfristen auf ein Minimum verkürzen, das Recht auf umfangreiche Datenauskunft gerade auch im Internet festschreiben, damit jederzeit geklärt werden kann, welche Daten wo gespeichert sind. Dies schließt mit ein, dass man sich auch anonym im Internet bewegen dürfen muss, ohne überall Spuren zu hinterlassen.“

„Wir unterstützen die Anwendung von Open Source, Freier Software, Freien Funknetzwerken, Offenen Formaten und innovativen Lizenzen. Sie müssen stärker als bisher Einzug in Bildungseinrichtungen und die öffentliche Verwaltung finden, weil sie kostengünstiger, energiesparender und grundsätzlich sicherer sind. Im Wissenschaftsbereich unterstützen wir Open Access. Forschungsergebnisse, die mit öffentlichen Geldern erzielt wurden, sollen der Öffentlichkeit auch frei zugänglich sein. Gleiches gilt für öffentliches Wissen, das in Behörden und Archiven schlummert. Dieses gilt es durch offene Lizenzen frei zugänglich zu machen. Wo immer sich die öffentliche Verwaltung auf Standards festlegt, müssen, soweit verfügbar, offene und patentfreie Standards bevorzugt werden. Gleiches gilt für die Dateiformate aller von der Verwaltung veröffentlichten Dokumente.“

„Maßgeblichen Einfluss auf die Zukunft neuer Unternehmensmodelle hat eine zukunftssichere Regelung des Urheberrechts. Derzeit verbreitet allen voran die Medienindustrie eine Ideologie, die unlizensierte Nutzung als „Raub“ und „Piraterie“ kriminalisiert. Im Kampf gegen die Internetpiraterie gerät jedoch immer öfter die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger ebenso unter die Räder wie der freie Zugang zu Wissen und kulturellen Werken. Massenhafte Verfolgung, den Einsatz von Digitalem-Rechte-Management sowie die Bestrafung von digitalen Privatkopien lehnen wir hingegen ab. Solche Flickschustereien der vergangenen Jahre am Urheberrecht wollen wir beenden. Wie schon im Patentrecht treten wir ein für grundlegende Reformen der bestehenden Urheberrechtsgesetzgebung in Deutschland und der EU sowie der übergeordneten Institutionen und Verträge. Wir drängen in eine Richtung, die zuvorderst BürgerInnen, KünstlerInnen, ForscherInnen, Schulen und Universitäten nützt, nicht der Medien- und Geräteindustrie oder Verlagsgiganten. Die Notwendigkeit einer Vergütung für die Schaffung geistiger Werke erkennen wir an. Pauschale Vergütungsmodelle stellen daher die Zukunft für einen fairen Interessenausgleich im digitalen Raum dar. Kernstück sind dabei die freie digitale Privatkopie und eine faire Lösung beim Urheberrecht im Internet. Diese Lösung muss in erster Linie Künstlerinnen und Künstler angemessen vergüten und Nutzerinnen und Nutzer nicht pauschal kriminalisieren, wenn sie Angebote downloaden. Die Einführung einer Kulturflatrate, die die nicht-kommerzielle Nutzung von digitalen Kulturgütern ermöglicht, kann ein richtiger Weg dahin sein.“

[Versteht das jetzt bitte nicht als Parteiwerbung. Ich versuche ja, Parteipolitik hier möglichst zu vermeiden. Jedoch bin ich hier ausnahmsweise mal sehr angenehm überrascht; denn manches davon hätte ich selbst wohl kaum besser formulieren können!]