Die Deutschen haben ihren Bundestrojaner, wir haben die Swisscom

swisscomDas steht in der Begründung für die Verleihung eines der Schweizer Big Brother Awards 2009 an die Swisscom. Wir kriegen ja manches aus der Schweiz nicht so mit; aber was da läuft, das ist wirklich ein ganz dicker Hammer! Zitat:

Wer bei der Swisscom einen ADSL-Internetanschluss bestellt, erhält leihweise ein Modem/ Router. Dieses kann man aber nicht selber konfigurieren: Das Modem wird prinzipiell durch die Servicezentrale der Swisscom freigeschaltet. Dort wird auch das Passwort für den Router und für das WLAN-Netzwerk definiert und die Einstellungen vorgenommen, also z.B. welche ports („Türen“) des Routers offen oder geschlossen sind. Swisscom bekommt Zugriff auf die Router und kann sie „von Ferne“ manipulieren. Der Benützer kann das Router-Passwort nur noch via Swisscom ändern.
Mit dem Zwang, die WLAN-Zugangsdaten (WPA-Schlüssel) sowie die Routerdaten im Kundencenter zu verwalten, erhält die Swisscom (und damit indirekt auch der Staat) Zugriff auf alle Daten, die durch diesen Router fliessen. Zwar behauptet Swisscom, dass kein Zugriff auf die dahinter liegenden Computer erfolgen könnten, aber dies erscheint nicht plausibel.
Swisscom erhält somit eine Eintrittskarte in rund eine Million privater Computer-Netzwerke und auf die darin gespeicherten Daten. Es ist für normale Kunden nicht möglich, diesen Zwang auszuschalten und die Kontrolle über das eigene Computernetzwerk selber wahrzunehmen.
Betroffen sind alle VDSL-Kunden von Swisscom und im Verlaufe der Zeit auch alle ADSL Kunden. Es ist zu vermuten, dass die Swisscom damit eine erste Voraussetzung für den versteckten Zugriff von staatlichen Behörden auf die privaten Computer schafft (s. die Änderung des „Bundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS)“, Art.18).

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5 Antworten to “Die Deutschen haben ihren Bundestrojaner, wir haben die Swisscom”

  1. Jürgen Says:

    Die Schweizer haben schon immer bessere Lösungen gehabt. Der Bundestrojaner funktioniert ja bislang nicht. Wen wundert das auch. Aber direkt über den Router… das ist schon klasse und vor allem einfach. Vieeeel einfacher.

  2. honigbaerli Says:

    ja auch die schweiz ist ein überwachungsstaat…leider ist es bei vielen schweizern noch nicht angekommen!

  3. Meinereiners Meinungsfreiheit Says:

    Überwachung 2.1…

    Das Web ist voller Anwendungen, die den Benutzer überwachen. Seien es die vielen kleinen Tools von Google, welche vom Benutzer ein Gesamtbild zusammenstellen oder auch die Überwachungsmassnahmen der einzelnen Staaten wie Deutschland, China oder der Tür…

  4. Tim Says:

    Der Autor dieses Artikel versteht offenbar nicht gerade viel von Netzwerktechnik.

    1) Selbstverständlich kann der Benutzer das Passwort des VDSL Modems auch ohne das Swisscom Web-Interface ändern. Einfach direkt per telnet auf das Modem drauf. Die Swisscom bekommt davon nichts mit.
    2) Die Swisscom verwaltet eh den Border-Router und kann sämtlichen Internet Traffic mithören. Was sollen die auf dem VDSL/ADSL Router machen? Etwa via Portscan die Rechner auf Lücken scannen? Ein Blick in die Logfile der Firewall würde einen solchen scan des Modems sofort verraten.
    3) Wenn man sich schon über die Swisscom und mögliche Scanning Versuche aufregen will, dann sollte man sich mehr Gedanken über die BluewinBox machen. ZB: mittels ettercap sieht man wie viele Daten hier dauernd an einen Log-Server gesendet werden.

  5. lotharf Says:

    Du darfst doch in diesem Fall nicht von deinen Kenntnissen ausgehen.
    Denn dass es Lieschen Normal-Benutzer schafft, ihren Router per Telnet zu konfigurieren, daran habe ich so meine Zweifel.

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