Linux Mint 9 angeschaut

Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich dazu gekommen bin, mir die „Isadora“ näher anzuschauen. Die Live-CD ist leider nur in Englisch. Deutsch lässt sich zwar sehr einfach nachinstallieren, das dauert jedoch etwas. Wer allerdings mit der englischen Version klar kommt, der findet mit Mint 9 eine ganz feine Linux Live-Distribution vor, mit der man so wie sie ist einwandfrei arbeiten kann. Im Firefox sind bereits alle wichtigen Plugins enthalten; Multimedia funktioniert bereits einwandfrei, selbst Video-DVDs laufen. Das Menü ist viel übersichtlicher als bei Ubuntu; Software lässt sich komfortabel mit der Softwareverwaltung nachinstallieren.

Auf dem Laptop wird die WLAN-Karte erkannt; der Treiber muss allerdings erst installiert werden. Er ist aber auf der DVD drauf und kann ganz einfach mit dem Button „Hardware Drivers“ in der Taskleiste installiert werden. Der angebotene Neustart wäre natürlich unsinnig; ein „modprobe“ tuts auch und WLAN funktioniert. Auf dem Desktop, der ja am LAN hängt, wird bei „Hardware Drivers“ die Installation des Treibers für die ATI-Karte angeboten, der allerdings erst herunter geladen werden müsste.

Um den Installer auszuprobieren habe ich diesmal eine Installation in der VBox gemacht. Der Installer ist in deutsch und die deutschen Sprachdateien werden während der Installation automatisch herunter geladen. Nach dem Neustart von der Platte fehlen dann eigentlich nur noch die Linux-Gasterweiterungen; diese lassen sich einwandfrei sofort installieren. Irgendwelche Nachinstallationen, damit man mit Mint vernünftig arbeiten kann, sind nicht nötig. Es werden aber jede Menge an weiteren Programmen angeboten (mit der Software-Verwaltung). Und natürlich steht dann ja auch noch die komplette Debian-Software zur Verfügung.

Wer also ein Ubuntu-System installieren will, dem würde ich vorher wirklich empfehlen, sich Mint als das „bessere Ubuntu“ doch erst einmal anzuschauen. Es ist nämlich im Gegensatz zu Ubuntu 10.04 eine vollwertige Distribution und sieht ausserdem auch noch viel schöner aus. Wer sich nicht daran stört, dass die DVD nur Englisch ist, der kann die Scheibe auch als eine feine Live-DVD verwenden.

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5 Antworten to “Linux Mint 9 angeschaut”

  1. Rudis Says:

    Diesen Text schreibe ich über Mint9

    Es hat die selben Kinderkrankheiten wie sie schon Ubuntu 9.10 hatte, wie kein Sound nach Standby oder sporadisch kein Standby sondern aufhänger mit 100% CPU Last und noch mehr. Der blöde USB Stick RT2870 funzt nicht und wenn ich mit dem Paketmanager fehlende Programme wie Wine etc. nachinstallieren will, scheitert dies immer nach paar Minuten weil irgendwelche Abhänigkeitsprobleme aufgetreten sind.

    Ubuntu 10.4 ist auch Mist, ich steig wieder um auf Ubuntu 9.10. Gut das ich davon ein Image gemacht hab.

  2. lotharf Says:

    Ich habe gerade mit dem Software Manager Skype, Amarok, K3B und Wine nachinstalliert. Völlig problemlos. Hat allerdings etwas gedauert, weil ja dabei fast das halbe KDE mit installiert werden musste; war aber ein guter Test, weil dabei eine sehr grosse Zahl von Abhängigkeiten aufgelöst werden mussten. Es gibt jetzt übrigens einen Bugfix für Kernel und Hal.

  3. Rudis Says:

    Nun, irgendwie mag Ubuntu das Updaten nicht sonderlich, wenn es per USB Stick gebootet wird. Ohne das USB Imageprogramm hätte ich noch viel mehr Zeit unnötig verplempert 😀 Linux nimmt einem kleinigkeiten schnell übel und schon funzt nix mehr… besonders toll wenn man keine Ahnung hat wie man das „Problemchen“ selbst beheben kann und außer neuisntallieren einem sonst nichts einfällt. Da spart ein solches Programm einem super viel Zeit http://www.alexpage.de/usb-image-tool/

  4. Rainer Says:

    Ich finde den Wubi bzw. den Mint4Win Installer sehr praktisch. So kann man endlich mal Linux in echt testen (also ohne VM), ruiniert sich nicht die Partitionierung und führt einen vollständigen Test durch. Bei der VM hat man ja zum einen weniger Geschwindigkeit und kann zum anderen auch schnell mal zu Windows zurück, was dem Test nicht gut tut.

    So, habe das mal zwei Stunden probiert. Grafik, Sound, Netzwerk, läuft alles sofort. Schöne Sache. Hardware geht schonmal. Aber bei der Software hakelt es irgendwie. Oder beim Design. Ich weiß auch nicht. Aber Windows 7 hat von Anfang an so ein Wohlgefühl ausgelöst, und bei Ubuntu oder Mint denke ich immer an Kinderspielzeug… das sehen Linuxnutzer zwar anders, aber das ist für mich so.

    Irgendwie wirkt Mint schon leicht altbacken, und die Standardschriftgrößen (und vor allem der Abstand der Zeilen) sind in Ubuntu seit Jahren so riesig gewählt, dass ich mir sofort Windows zurückwünsche. Da passt einfach mehr auf den Schirm bzw. ich fühl mich da nicht so wie jemand mit -5 Dioptrien, der alles riesig stellt.

    Die Software-Verwaltung ist eine gute Sache. Aber noch mit vielen Bugs versehen.

    Das einzig interessante heute war die Feststellung, dass Firefox unter Linux rennt wie blöde, während es in Windows7 doch etwas behäbig daherkommt, wenn man Tabs wechselt oder durchscrollt. Das könnte mich ja wieder zu Firefox zurückbringen, sollte das in Win auch mal so fix laufen.
    Apropos Firefox: ich finde es nicht gut, dass Mint sich so verhält wie Microsoft und einfach mal zwei Erweiterungen installiert, deren Deinstallationsfunktion gesperrt ist. Natürlich liegt es an Firefox, dass die Option dafür deaktiviert wird unter bestimmten Umständen, aber selbst Microsoft verzichtet inzwischen auf so eine gewaltsame Installation.

  5. lotharf Says:

    Wie einem ein Betriebssystem gefällt, das hängt natürlich auch sehr stark vom persönlichen Geschmack ab. Ich kann mich z.B. daran erinnern als ich Vista zum ersten Mal gesehen habe. Da habe ich mich in einen Kindergarten versetzt gefühlt. Bei Windows 7 hat ich das ja etwas gebessert. Aber MS scheint tatsächlich sehr viel Wert auf das Design zu legen; besonders fällt mir dies bei den ausgezeichneten Schriften auf. Was du da mit den riesigen Schriften bemängelst, das kann ich nicht nachvollziehen. Auch Mint ist inzwischen für höhere Bildschirm-Auflösungen optimiert; vielleicht solltest du da mal die Einstellungen höher setzen. Auch Windows 7 sieht übrigens in niedrigen Auflösungen nicht unbedingt recht gut aus.
    Ich habe ja geschrieben, dass Mint sowohl von der Installation als auch von der Bedienung her für Linux-Anfänger sehr gut geeignet ist. Aber ich halte die Bezeichnung „Kinderspielzeug“ in diesem Zusammenhang doch für etwas unfair. Denn einerseits wird Linux immer nachgesagt, es sei zu kompliziert. Und wenn es dann mal eine Distribution gibt, die recht einfach handhabbar ist, dann heisst es wieder, sie sei zu simpel.
    Was ich so schön an Mint finde ist, dass sich ein Anfänger ein leicht zu bedienendes System installieren kann, mit dem er sofort arbeiten kann (im Gegensatz zu Windows übrigens). Aber er kann sich dieses System auch nach und nach zu einem professionellen Debian ausbauen, wenn er will.

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