Selbstmord-Verbot bei Foxconn

Sechs Tage in der Woche täglich 12 Stunden hier arbeiten für monatlich € 238,- und dann auch noch zusammen mit 300.000 anderen Arbeitern auf dem Werksgelände wohnen. Da dürfte wohl keine lange Untersuchung mehr nötig sein, um die Ursachen für die Selbstmordserie beim chinesischen Werk der Firma Foxconn zu ermitteln. Jetzt hat die Firma anscheinend die Notbremse gezogen. Nicht dass ihr jetzt denkt, sie hätten etwa die Arbeitsbedingungen verbessert. Nein; die Arbeiter müssen alle unterschreiben, dass sie sich nicht umbringen werden und sie müssen der Firma sogar die Erlaubnis geben, dass sie sie in eine psychiatrische Klinik einweisen kann (wo es etwas anders zugehen soll als bei uns; wie man so hört). Und es wurden auf dem Gelände Netze gespannt. [Quellen: diverse]

Und warum sollte uns so etwas eigentlich interessieren? Es hängt damit zusammen, was von der Firma Foxconn, deren Hauptsitz in Taiwan ist, produziert wird: Geräte für die Firmen Apple, HP, Dell, Sony, Intel und Nokia. Es sind das etwa der Mac mini, der iPod Nano, das MacBook Pro, das MacBook Air, das iPhone und das iPad des selbst ernannten Moral-Apostels Steve Jobs; alle Rechner der Firma Dell; die Sony Playstation, Smartphones anderer Firmen und die meisten Mainboards für die Firma Intel.

[Ach ja, da fällt mir noch was ein: gibt es da nicht einen deutschen Politiker, der meint, wir sollten uns China zum Vorbild nehmen?]

Update 28.5.: Gerade habe ich die Meldung gelesen, dass Foxconn die Löhne in dem Werk um 20% erhöhen will.

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10 Antworten to “Selbstmord-Verbot bei Foxconn”

  1. Rudis Says:

    China könnte man wirtschaftlich schnell kaput machen, wenn man die Zölle extremst erhöht und von Rohstoffen abschneidet. Gäbe dann auch wieder Arbeitsplätze in Deutschland 😀

  2. Rudis Says:

    [quote]alle Rechner der Firma Dell[/quote]

    Deswegen sind die Versandkosten bei Dell immer so hoch 😀

  3. Anonymous Says:

    Bei Firma Dell fällt mir ein das die gestern Besuch von Greenpeace hatten (Texas) weil immernoch hochgiftige Materialien in ihren PC Produkten zu finden sind!….

    • Anonymous Says:

      da wird wohl jeder Dell Nutzer anstatt grauer Quecksilberzellen im Kleinhirn haben….

      • Anonymous Says:

        Dell hatte als einer der ersten Computer-Hersteller überhaupt im Jahr 2006 eine öffentliche Zusage abgegeben, bis Ende 2009 auf den Einsatz von PVC und bromhaltigen Flammhemmern bei der Produktion seiner Computer zu verzichten.

        Nach Angaben der Umweltorganisation sind die Stoffe trotz des Versprechens bis heute aber noch nicht aus dem Fertigungsprozess verschwunden. „Da Unternehmen wie Apple und Hewlett-Packard ihre Produkte bereits ohne diese gefährlichen Chemikalien verkaufen, gibt es für Dell keine Entschuldigung mehr“, hieß es in einer Stellungnahme.

        Greenpeace wirft dem Konzern vor, sich auf Kosten der Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden sowie der Umwelt einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Konkurrenten verschaffen zu wollen.

  4. Anonymous Says:

    Im übrigen haben die doch nee volle Klatsche-als Selbstmörder tät ich jeden Wisch unterschreiben nur Red Bull trinken käme nicht in Frage!!!

  5. fi4711 Says:

    Na was regen sich deutsche Bürger über Suizids in China auf. Über Selbsttötungen in Deutschland schreibt kaum jemand. Es ist immer besser auf andere zu schauen und nicht vor der eigenen Tür zu kehren?

    Und mal zu den 238€ Monatseinkommen in China. Man sollte nicht mit unserer Kaufkraft rechnen, sondern mit der Kaufkraft des Einkommens dieser genannten Länder.

    238€ sind doch wohl ein Anfang, ohne auf Müllhalden nach Nahrung suchen zu müssen.
    Es ist doch wirklich klar, dass derartige Kommentare von Usern verfasst werden, die noch nie in Ländern der Dritten Welt Vorort waren.

    Produktionen im eigenen Land würden die Preise, nicht nur bei Pc´s und Zubehör, vermehrfachen.

    Die Globalsierung von vielen Produktionsbereichen gibt evtl. auch Harz4-lern und Kleinrentnern die Möglichkeit nicht nackt durch die Welt laufen zu müssen bzw. auch an den neuen Medien teilnehmen zu können.

  6. lotharf Says:

    Lieber Peter,
    könnte es sein, dass wir da mal wieder völlig verschiedener Meinung sind? Ich finde schon, dass es auch uns betrifft, wenn Arbeiter in China wegen unerträglicher Arbeitsbedingungen Selbstmord begehen. Nämlich dann, wenn sie Waren produzieren, die wir dann kaufen. Für das was dort passiert gibt es das gute deutsche Wort: „Ausbeutung“.
    Irgend jemand hat mal ausgerechnet, dass die Herstellung eines iPads, das bei uns für € 500,- im Apple-Store verkauft wird, 280,- Dollar kostet. Umgerchnet sind das derzeit ca. € 230,-. Das heisst, die restlichen € 270,- teilen sich Foxconn und Apple. An Lohnkosten sind in den 230,- Euro aber höchstens 5,- Euro enthalten (und das ist schon sehr hoch geschätzt), der Rest sind Materialkosten. Das heisst, wenn Foxconn und Apple nur auf einen ganz winzigen Bruchteil ihres riesigen Gewinns verzichten würden, dann könnten sie den chinesischen Arbeitern auch einigermassen erträgliche Arbeitsbedingungen bieten. Ohne dass das iPad deshalb teurer verkauft werden müsste.
    [Das Beispiel des iPads von Apple habe ich deshalb gewählt, weil sich der Herr Jobs ja sonst immer als der grosse Moral-Apostel aufspielt; aber beim Profit hört die Moral offensichtlich auf].

    • Anonymous Says:

      Stimme ich dir weitgehend zu-aber wie als mit konsequenter Ausbeutung hätte es Apple schaffen sollen an der Microsoft Aktie vorbeizuziehen? Beim Monopolyspiel zählen menschliche Schicksale eben nicht-haben ja schon die Römer vor tausenden Jahren vorgemacht…..

  7. Anonymous Says:

    Und an die Adresse von 4711-kein Chinese lief vor dem Einzug der Monopolisten nackt rum und kramte in Müllhalden…..Erstens gab es diese Halden da noch nicht und zweitens hatte fast jeder ein Stück Land das er bestellen konnte…sicher wurde man dabei nicht reich aber zum Überleben reichte es. Heute werden diese Grundbesitze oder Lizensen systhematisch und ohne Entschädigung eliminiert!!!!! Um riesige Nutzflächen für Monopolisten-Produktionsstätten aus den Boden zu stampfen!……Grund? Nach Mao entdeckten die Politiker dort das Ferrari fahren cooler ist als Moped!!!!!

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