Der Drache von Comodo

Wenn eine Antivirus- und Firewall-Firma einen eigenen Browser anbietet, dann kann man wohl schon davon ausgehen, dass sie bei diesem besonders Wert auf den Sicherheits-Aspekt gelegt. Comodo macht damit auch Werbung. Der Dragon basiert auf Chromium, der Open Source Version von Chrome. Deshalb muss man sich an die optisch nicht gerade schön gestaltete Oberfläche erst gewöhnen. Ebenso auch daran, dass die Tabs oben angebracht sind (möchte wissen, wer auf diese blödsinnige Idee gekommen ist). Aber ansonsten kann man mit dem Drachen eigentlich ganz angenehm arbeiten. Die Einstellungen für die Lesezeichen und für die Suchmaschine kann man vom Firefox übernehmen (und zwar wirklich 1:1), so dass man sofort weiter arbeiten kann. Lediglich wenn man eine andere Suchmaschine verwenden will, ist das etwas umständlich gelöst (man muss erst die Optionen öffnen). Wenn man die Lesezeichen-Leiste ausblendet (weil man sie zum Lesen ja nicht braucht), wird sie aber beim Öffnen eines neuen Tabs darin eingeblendet (wo man sie braucht); finde ich ganz gut gelöst. Die Darstellung der Seiten ist einwandfrei und gefällt mir gut (siehe Screenshot).

Gut gelöst finde ich auch den „Inkognito-Modus“. Es wird dazu ein besonderes „Inkognito-Fenster“ geöffnet, das auch gleichzeitig parallel zum normalen Fenster benutzt werden kann. Alle Tabs in diesem Fenster laufen dann im Inkognito-Modus. In diesem Fenster aufgerufene Seiten werden nicht im Browserverlauf oder Suchverlauf angezeigt. Zudem werden nach dem Schließen des Inkognito-Fensters keine anderen Hinweise wie Cookies gespeichert, Lesezeichen werden jedoch beibehalten.
Ausserdem werden bereits im Normal-Modus nicht so viele Informationen an Webseiten ausgeplaudert und natürlich, im Gegensatz zum Chrome, auch nicht an Google. Geo-Lokalisierung wird beispielsweise erfolgreich geblockt (bzw. erst gar nicht unterstützt).

Den Drachen gibt es hier, allerdings nur für Windows. Installiert ist er natürlich in Deutsch. Ach ja; dass dieser Chromium schneller sein soll als der Firefox, das kann ich vom subjektiven Eindreick her nicht bestätigen; eher im Gegenteil.

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8 Antworten to “Der Drache von Comodo”

  1. Rainer Says:

    Dass Tabs oben sind, ist schon seit der Erfindung der Tabs so (Opera). Hat der Firefox nur aus irgendwelchen Gründen anders umgesetzt. Folge: die Leute sind daran gewöhnt und halten eine Umstellung für Blödsinn.
    Ist genauso wie der Krieg der Telefontasten vor zehn Jahren. Muss die grüne Hörertaste links und die rechte Auflegetaste rechts hin? Bei Nokia ja, bei Siemens und Sagem war es andersherum. Und irgendwann haben sich halt alle auf eine gemeinsame Sache geeinigt. Ebenso wie mit den Pedalen im Auto. Aber hier hat es eben auch Sicherheitsgründe.

    So, Tabs oben find ich eigentlich ganz schön so, und wenn es man es logisch betrachtet, ist es so sinnvoller, da die URL sich auf den jeweils aktuellen Tab bezieht. Da die Spezialisierung (in westlichen GUIs) von oben nach unten arbeitet, stehen ganz oben alle Tabs und darunter die Informationen für einen ausgewählten Tab, nämlich die URL.

    Aber nun zum eigentlichen Thema. Der Dragon sieht ja irgendwie komisch aus. Ich hab ihn noch nicht getestet, bin aber selber sehr zufrieden mit „Iron“, der Chromium-Version von SRWare. Die bietet fast alles wie im neusten Google Chrome5 und zusätzlich einen funktionierenden Werbeblocker (der blockiert tatsächlich statt nur zu verstecken).

    Im Vergleich zum Firefox mag es von der Geschwindigkeit her (im normalen Surfen) halbwegs gleich ausgehen. Die JavaScript-Engine ist allerdings deutlich schneller, wie man bei einigen komplexen Webseiten schon bemerken kann. Zudem finde ich die Umsetzung der Adressleiste sehr gelungen. Hier hat man mal komplett auf die zusätzliche Suchleiste verzichtet und sie sehr intuitiv eingebaut. Man kann Kürzel (oder auch URLs) verwenden oder einfach Enter drücken für die Standardsuchmaschine. Zudem fügt Chromium automatisch jede WebseitenURL als Suchmaschine hinzu, wenn es ein Suchfeld auf der Seite gefunden hat. Man glaubt gar nicht, wie komfortabel das Leben wird, wenn man schon eine Suche starten kann, noch bevor man die URL der Webseite fertigtippen konnte. Meistens will man ja direkt was suchen. Seeehr praktisch.

    Die Übersetzungsfunktionen (zwar von Google, aber wen juckt’s?) sind geschickt eingebaut und können auch abgeschaltet werden. Naja und Erweiterungen für das Nötigste sind auch vorhanden. Sehen sogar (dank guter API) sehr gut aus und fügen sich ins Design.

    Wenn Firefox4 da nicht sehr viel aufholt, bleib ich bei Iron. Nicht aus Geschwindigkeitsgründen, obwohl das zuerst der Anlass war. Aber der Browser hat mich überzeugt. (Ich könnte noch weitere Schmankerl aufzählen, aber das genügt sicher erstmal.) Einzig ein NoScript fehlt mir noch. Das dürfte aber in diesem Jahr möglich werden.

  2. lotharf Says:

    Da bin ich aber sehr froh, dass die Leute von Mozilla so schlau waren, die Tabs unten zu plazieren. Die haben ganz offensichtlich erkannt, dass der Benutzer sich auf diese Weise im Laufe der Zeit einige Kilometer an Maus-Bewegungen ersparen kann.

    • Anonymous Says:

      nun sage aber nicht das du auch dieses maus kilometer gadget nutzt?……

    • Rainer Says:

      Mir ist das eigentlich egal, ich nutze sowieso Mausgesten und Mausradgesten. Damit spare ich noch deutlich mehr Mauskilometer und kann in Windeseile durch die Tabs scrollen, bis ich das gewünschte zu Gesicht bekomme.

      Zu der Suchleiste hast Du gar nicht gesagt …? Also für mich ist das die bestmögliche Integration aller Wünsche an einer Stelle. Suchmaschinen, URLs, Standardsuche, Anzeige der bereits besuchten Seiten, Anzeige der passenden Seiten in Lesezeichen. Das Surfen geht mir entschieden leichter von der Hand als mit Fx oder auch Opera.

    • lotharf Says:

      Zu der Suchleiste habe ich deshalb nichts gesagt, weil das der Firefox inzwischen auch hat. Zitat:
      Tippen Sie etwas in die Adresszeile ein, werden nicht nur URLs vervollständigt, sondern auch Seiten vorgeschlagen, die einem Schlagwort entsprechen oder das eingetippte Wort im Seitentitel hatten, Firefox verhält sich hier wie eine Suchmaschine für alle Inhalte, denen der Browser in der Vergangenheit begegnet ist. Für den Benutzer verschwimmen so die Unterschiede, ob sie lokal oder im Web etwas suchen.
      Für die Seiten, die man oft besucht, reichen meist schon 2 Buchstaben, weil die Ergebnisse bereits während der Eingabe angezeigt und sortiert werden.
      Den SRWare Iron habe ich übrigens hier vor einigen Monaten vorgestellt; und gerade habe ich gesehen, dass es jetzt die neue Version 5.0 gibt.

  3. Jürgen Says:

    Die Logik mit den Tabs ganz oben passt schon zu Dragon – passt aber nicht zu Firefox – denn da hab ich ja neben den vor-zurück-adress-feldern auch noch das ganze Menue, Lesezeichenleiste usw. Dazu die Sidebar, in der bei mir eine Tabvorschau ist und und und.
    Also keine reine Geschmackssache sondern durchaus ein logischer Aufbau.

    Übrigens benutz ich auch Iron als Zweitbrauser.
    J:-)

  4. Lothar Schwarz Says:

    Schön der Blog, was mache ich wenn die importierten Tabs sich nicht öffnen lassen ??.
    Auch nach zweimaliger Neuinstallation.
    Grüsse Lothar Schwarz

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