Windows-Benutzer sollten lieber die Finger vom Befehl dd lassen

Da haben doch anscheinend ein paar Windows-Freaks entdeckt, dass es bei Linux einen Unix-Befehl namens „dd“ gibt. Also verbreiten jetzt einige Seiten (wohlgemerkt Windows-Seiten) Artikel darüber, dass man mittels Ubuntu und dieses Befehls wunderbar einfach Festplatten kopieren kann. Aber Windows-Benutzer, die das bisher noch nicht wussten, die also nur recht wenig Ahnung von Linux haben, möchte ich doch vor derartigen Experimenten warnen. Und natürlich ganz besonders davor, solche Anleitungen einfach abzutippen.

Der Befehl „dd“ ist als alter Unix-Befehl in jeder Linux-Distribution vorhanden, so auch auf der Ubuntu-LiveCD. Verwendet wird er wohl meist zum Erstellen von Images und zum Schreiben dieser Images. Und natürlich kann man damit auch direkt den Inhalt einer Festplatte auf eine andere kopieren; und zwar Bit für Bit. Allerdings ist dd halt auch ein sehr mächtiger Befehl; und der macht auch genau das, was man ihm sagt; weil er nämlich davon aus geht, dass der Benutzer ganz genau weiss, was er da macht. Da gibt es also keine Sicherheits-Abfragen wie z.B. „Soll ich wirklich diese Platte komplett löschen und neu überschreiben?“ Nichts dergleichen; auch einen Fortschritts-Balken gibt es nicht. Was ich damit ausdrücken will ist, wer sich nicht gut mit Linux auskennt, der sollte lieber die Finger vom dd lassen (ganz besonders wenn es dabei um Festplatten geht); der Befehl kann nämlich auch recht gefährlich sein; ein kleiner Tippfehler könnte oft fatale Folgen haben.

Aber andererseits stimmt es natürlich, dass Linux-LiveCDs zum Einrichten und zur Partitionierung von Festplatten bestens geeignet sein. Jedoch würde ich zu diesem Zweck denn doch lieber den Partitions-Editor GParted empfehlen, der auch auf fast jeder Scheibe drauf ist. Der hat wenigstens eine sehr informative grafische Oberfläche und zeigt auch ganz genau an was er macht.

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4 Antworten to “Windows-Benutzer sollten lieber die Finger vom Befehl dd lassen”

  1. Jürgen Says:

    Ich hab 1989 mit Unix (AIX) angefangen – und was mir als Grundsatz eingetrichtert wurde, und bis heute im Hirn blieb, ist:

    „Unix fragt nicht ob du sicher bist, dass Du das tun willst.
    Unix geht davon aus, dass Du weißt was Du tust.“

    Und das machte es mir von Anfang an sympathisch 😉

  2. Reinhard Says:

    Dass nicht jeder mal eben mit „dd“ herumstussen sollte ist klar und auch den klaren Hinweis an die Windowsuser wert.

    Es gibt aber auch gute Gründe, so systemnahe zu bleiben. Wenn man (wie ich früher auch) schon mal vor dem Problem gestanden hat, dass man zwar eine brauchbar aktuelle Sicherung hat, diese aber nach dem Tod der alten Platte nicht auf die neue Platte bekommt, weil diese neue Platte eine neue Version des Tools erforderte – die ihrerseits idiotischerweise aber mit den Backups der Vorgängerversion nichts anfangen kann … spätestens dann hört das Vertrauen in Backup-Spezialisten auf! (Dabei wurde keine Wald-und-Wiesen-Software benutzt, sondern eine unter Admins in der Windowswelt sehr verbreitete.)

    Einen Artikelzyklus zum Thema „dd“ (auch mit extra Packungsbeilage für Windows-Nutzer) gibt es jedenfalls hier:
    http://tiefenwirkung.wordpress.com/tag/partition-kopieren/

  3. unwichtig Says:

    Bin über eine Suche zufällig auf die Seite gekommen und finde es so unglaublich dumm ein Tool zu schmähen, das seinen Job so gut macht wie es soll, nur weil die „Ich bin nicht doof und schicke den Befehl jetzt einfach mal ab um zu sehen was passiert“ Fraktion keine extra „Sind Sie sicher“-Abfrage bekommt.

    • lotharf Says:

      Du musst da etwas missverstanden haben. Oder du bist als neuer Leser nicht gewohnt, dass ich manchmal etwas Ironie mit einfliessen lasse.
      Aus der Überschrift geht ja schon hervor, dass der Artikel für Windows-Benutzer gedacht ist.
      Ich habe mit keinem Wort den Befehl dd „geschmäht“. Ich habe nur etwas gegen Windows-Seiten, die ihren Lesern, die keinerlei Ahnung von Unix haben, dies vorschlagen. Und die dann auch noch die Syntax zum Abtippen anbieten.
      Dabei bleibe ich: wer keine Ahnung davon hat, was sdb1 und sdc5 ist, der soll lieber die Finger von so etwas lassen. Oder bist du da etwa anderer Meinung?

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