OpenSuse 11.3 endlich mal angeschaut

Es ist ja immerhin bereits 4 Wochen her, dass OpenSuse 11.3 erschienen ist. Aber nachdem es mir nicht gelungen ist, diese Distro in der VBox zu installieren, habe ich erst mal die Finger davon gelassen; es war damals allerdings die 64-bit Version. Eigentlich war ja das miese Wetter schuld, dass ich es jetzt noch einmal mit der 32-bit Version probiert habe. Und wie ihr unschwer sehen könnt, hat diesmal die Installation in der VBox einwandfrei geklappt. Bei den Einstellungen habe ich wegen der relativ kleinen (virtuellen) Platte auf eine separate Home-Partition verzichtet. Bei der Software-Auswahl habe ich KDE gewählt; zusätzlich ausgewählt: Gnome Desktop, Gnome-Basisystem, Konsolenwerkzeuge, Grundlegende Entwicklungsumgebung und Kernel Entwicklung. Das waren dann zusätzlich zu den Images ca. 740 Pakete. Nach der Installation wurden dann bereits die ersten Updates angeboten; darunter der Firefox 3.6.8 und die neueste Version des Flashplayers. Weil das Flashplayer-Plugin bereits installiert war, hat auch die Darstellung des Blogs im Firefox bereits einwandfrei funktioniert; Open Office 3.2.1 sowieso. Lediglich bei Multimedia sah es sehr düster aus; das war praktisch nicht vorhanden. Also war schon etwas Nachinstallations-Arbeit fällig.  Im Yast müssen 2 Paketquellen hinzu gefügt werden: der Packman und VLC (die URLs findet man auf der Webseite unter „zusätzliche externe Paketquellen„). Von diesen Seiten kann man sich nun die nötigen Pakete zusammenstellen und installieren (und vom Packman bei dieser Gelegeheit auch noch ein paar interessante Programme). Nun funktioniert auch Multimedia.

Das hört sich jetzt vielleicht recht einfach an; ist es für mich auch und recht flott erledigt. Aber nur deshalb, weil ich mich mit OpenSuse recht gut auskenne; weil ich weiss, was ich nachinstallieren muss und wo ich es finde und weil ich es schon öfters gemacht habe. Wenn ich mir da allerdings einen Linux-Anfänger vorstelle, der bereits mit den bei Ubuntu nötigen Nachinstallationen zu kämpfen hat, für den dürften sich bei OpenSuse schier unüberwindliche Hürden aufbauen; dem ist es wohl eher nicht zu empfehlen. Das ist eigentlich schade, denn OpenSuse ist immer noch eine sehr gute Distribution; ich benutze es ja selbst.
[Screenshots: oben KDE, unten Gnome; und zum ersten mal bei Suse gefällt mir Gnome sogar besser]

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8 Antworten to “OpenSuse 11.3 endlich mal angeschaut”

  1. Reinhard Says:

    Einen schönen Sonntagabend erst mal!

    Also ich denke, dass openSuSE durchaus auch für Anfänger geeignet ist.
    Ich darf mich dazu äußern, weil selber mit 11.0 angefangen habe *).

    Das Multimediathema war beherrschbar, natürlich habe ich damals zugegebenermaßen trotzdem zwei Abende damit verbraten.
    Aber:
    wenn das nicht mit dem (gut dokumentierten) Thema Multimedia passiert, trifft es einen als Anfänger halt nur später – dann aber härter, weil i.d.R. nicht so gut dokumentiert. So lernt man gleich die nötigen Skills für die Zukunft unter Linux…

    Ist also prinzipiell ein schöner Einstieg, wenngleich bei anderen Distros (nicht „open“) diese Thematiken durchaus vom Start weg spielen.

    Darüber hinaus ist es für viele Anfänger sicher interessant, dass openSuSE insbesondere im deutschsprachigen Raum gegenüber anderen Distros schon mal deutliche Vorteile in Sachen der Vollständigkeit und Qualität der deutschen Lokalisierung hat 🙂

    *)
    Mein Umstieg war eine Überzeugungstat:
    Ich hatte mit 2008 ein neues Notebook gekauft, um die alte XP-Kiste von 2002 abzulösen, weil die mir nicht mehr schnell genug vorkam.
    Nachdem das neue Notebook unter Vista langsamer in die Gänge kam, als die mit Software relativ zugemüllte XP-Kiste, hatte ich so meine Fragezeichen. OpenSUSE 11.0 startete dann in 70s (ab Ende Grub)…
    So hatte ich mir das eigentlich mit der neuen Hardware vorgestellt…

  2. lotharf Says:

    Was ich in der letzten Zeit leider beobachten konnte ist, dass die meisten Leute inzwischen absolut keine Ahnung mehr haben, wie man ein Betriebssystem installiert. Schuld ist natürlich wieder mal Microsoft, die durchgesetzt haben, dass Windows auf den verkauften Rechnern bereits vorinstalliert ist. Im Zweifel wird dann halt einfach der Rechner platt gemacht und die Recovery gestartet.
    Bei Ubuntu schaffen sie es gerade noch, dieses zu installieren. Wenn es dann dagegen um die Nachinstallation geht, dann muss ich sie schon bei der Hand nehmen und führen. Deshalb meine Bemerkung zu den Anfängern.

    • Jürgen Says:

      Das ist so – und meiner Meinung nach auch völlig verständlich und legitim. Der Normalo will mit dem Ding arbeiten, spielen, im Netz surfen. Alles aussenrum interessiert nicht – oder man macht es halt, weil es sein muss. Wenn der Virenscanner täglich aktualisieren will klickt man halt drauf – aber nicht, weil man weiß warum, sondern weil es halt so ist.
      *schulterzuck* – also entweder gibts dann halt mehr Stellen im Support oder die Systeme werden wirklich idiotensicher, was in manchen Fällen sicherlich gar nicht so verkehrt wäre.

    • lotharf Says:

      Es wird wohl in Richtung Idioten gehen. Bei Vista und 7 ist es ja bereits jetzt so, dass dem normalen Benutzer nicht einmal mehr direkter Zugriff auf seine eigenen Dateien zugestanden wird. Ziemlich sicher dürfte ein neues Dateisystem kommen, das Dateien grundsätzlich verschlüsselt und dann irgendwo auf der Platte unter irgendwelchen kryptischen Bezeichnungen ablegt. Was willst du denn da noch an Service anbieten? Datenrettung kannst du vergessen; Reparatur kannst du vergessen; du kannst höchstens noch für den Benutzer die Recovery-DVDs starten.

  3. Alter Sack Says:

    Mal eine Frage an den erfahrenen Suse-User: Wieviel Zeit sollte man denn einem neu erschienenen Suse geben, bis die Kinderkrankheiten verschwunden sind? Beim aktuellen Ubuntu warte ich z.B. erst mal die 10.04.1 ab, evtl sind ja dann diverse Mucken und Macken verschwunden ;-).

  4. lotharf Says:

    Eigentlich nur ein paar Tage, denn die ersten Updates kommen relativ schnell. Es werden halt nur im Laufe der Zeit immer mehr. Sie sind aber relativ schnell installiert, weil nur die „Deltas“ herunter geladen werden müssen; die einzelnen Pakete also gepatcht werden. Bestes Beispiel vielleicht der Firefox 3.6.8.

    • Alter Sack Says:

      Dann werde ich die 11.3 mal testen :-). Aber wozu benötigt man neben packman noch die vlc-Repositories? Kommen sich dann nicht verschiedene Prorammversionen in die Quere? Ach, ich bin ja experimentierfreudig ;-), sonst lernt man ja auch nix.

    • lotharf Says:

      Das VLC-Repository brauchst du eigentlich nur wegen einer einzigen Datei: der libdvdcss2; aber wenn du schon mal drin bist kannst du dir natürlich auch den VLC mit runter laden. Verschiedene Programmversionen sind kein Problem, weil immer die eine durch die andere ersetzt wird. Es ist auch gut, wenn man manche Suse-Versionen durch die Packman-Versionen ersetzt, da die von Suse manchmal abgespeckt sind; beste Beispiele sind K3b und Xine. Man kann dann auch bestimmte Pakete sperren, damit sie bei einem evtl. Update nicht überschrieben werden.

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