Amazon, Wikileaks und Cloud Computing

Der Druck aus Washington muss schon gewaltig gewesen sein. Denn sonst hätte Amazon es sich wohl schon überlegt, Wikileaks von seinen Servern zu schmeissen. Denn dadurch dürften sie nicht nur ihrem eigenen Service, sondern dem gesamten Geschäftsmodell des „Cloud Computing“ einen Bärendienst erwiesen haben. Ich selbst war da ja immer sehr skeptisch und habe hier auch zu bedenken gegeben, ob es denn eine gute Idee sei, seine wichtigen Daten irgendwelchen Servern einer Firma anzuvertrauen, noch dazu man meist nicht einmal weiss, wo diese Server stehen. Und dieses Vertrauen in Amazon dürfte durch den Fall Wikileaks wohl nachhaltig erschüttert sein. Wie hat der Herr Assange von Wikileaks gesagt? Indem sie ihre Daten bei Amazon gehostet haben, wollten sie ja nur mal einen Test machen. Und es hat sich erwiesen, dass dieser Test sehr erfolgreich ausgefallen ist.

Das Vertrauen in Cloud Computing dürfte also erst mal schwer erschüttert sein. Da bin ich mir nicht nur mit der EFF einig, was ja kein Wunder ist; sondern das sieht sogar auch die FAZ so.

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9 Antworten to “Amazon, Wikileaks und Cloud Computing”

  1. snoopy1alpha Says:

    Paypal hat denen auch den Account gekündigt (steht heute auf heise). Ich habe Wikileaks eben ein paar Euro, die ich entbehren konnte über die Wau Holland Stiftung gespendet. Ich kann nur jedem raten das auch zu machen, um den Jungs aus Washington mal zu zeigen, dass je mehr man versucht etwas zu verbergen, desto eher es ans Tageslicht kommt.

  2. Rudis Says:

    Richtig, dieses verdammte Paypal!! Ich hab zwar nur einen Kleinbetrag gespendet, aber regt mich gewaltig auf, wenn das Geld nicht da hin geht wo es hin soll, sondern auf einem Bankkonto von Ebay verschwindet.

    • snoopy1alpha Says:

      Haben die das Geld etwa beschlagnahmt? Dürfen die das? Ich kann mir das nicht vorstellen. Ich würde vermuten, dass sie die Beträge wieder zurück erstattet haben oder den Kontostand auf das Konto des Besitzers gutgeschrieben haben, bevor es aufgelöst wurde.

  3. Zaungast Says:

    ich hatte das immer Pille-Palle genannt und Sites die Spenden haben möchten aufgefordert mir per mail eine Bankadresse zu schicken….hat bisher auch immer funktioniert…..

  4. boing Says:

    Unterstützer von Wikileaks wehren Zensurversuche im Internet ab. Cyberkrieg gegen Amazon, PayPal und Co. in Aussicht gestellt

    http://www.jungewelt.de/2010/12-07/055.php

  5. Ralf Says:

    Zur Ehrenrettung von PayPal muss gesagt werden, dass in den Vertragsbedingungen klar steht, dass illegale Handlungen nicht unterstützt werden. Also musste folgerichtig auch Wikileaks, die ja Ihre Daten zum großen Teil nicht legale erhalten, gesperrt werden. Analoges gilt auch für Amazon.
    Im Prinzip finde ich WikiLeaks auch ganz gut. Es hat gezeigt, wozu z.B. Verantwortliche in den USA fähig sind.
    Aber die Methoden müssen mir nicht gefallen, da ich ein strikter Gegner von Datendiebstahl und -Mißbrauch bin. Wikileaks hat ncht nur gezeigt, wie schlimm USA-Organisation sind, sondern auch, wie viele kriminelle und verantwortungslose Menschen in wichtigen Positionen es gibt, die geheime Daten weitergeben. Ich weiß nicht, was mich mehr beunruhigt.
    Wird es demnächst vielleicht einen WikiLeaks-Ableger geben, der unsere Kontodaten veröffentlicht oder unsere polizeilichen Daten. Werden demnächst alle Daten über unsere Nachbarn im Netz stehen, da irgendeiner meint, dass ist für alle wichtigt. Wo ist die Grenze.
    Darf man auf der einen Seite von Datenschutz sprechen und auf der anderen Seite WikiLeaks unterstüzten?

    • lotharf Says:

      Für die meisten Leute ist Datenschutz doch ein Fremdwort. Bei denen muss man keine Daten stehlen; die geben ihre Daten ganz freiwillig preis.

  6. boing Says:

    Ich denke nicht, das die veröffentlichungen von Wikileaks kriminell sind, sondern eher das Wahrheiten und Realitäten als geheim eingestuft werden. In einer demokratischen Welt, muss es eine umfassende Kontrollmöglichkeit für den Soverän (Bürger) geben. Dies ist aber bei Geheimhaltung nicht möglich.

    Und zum Thema Datenschutz können wir lernen, das einfach nicht soviel gespeichert werden darf!!!!

  7. boing Says:

    WikiLeaks-Anhänger blockieren Mastercard
    http://www.tagesschau.de/ausland/assange150.html

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