Kanotix 2011-03 angeschaut

Es ist schon eine interessante Mischung; einerseits basiert Kanotix 2011-03 auf Debian 6.0, andererseits wird ein Kernel 2.6.38 rc6 benutzt. Das hat mich natürlich besonders interessiert. Da diese Distro aus Deutschland ist, gibt es natürlich keine Probleme mit den Sprachdateien. Der erste Test war in der VBox. Hier ist unbedingt die Version 4.0.4 erforderlich, da die VBox sonst mit dem Kernel 2.6.38 nicht zurecht kommt. Nach der Installation der Gasterweiterungen bekomme ich auch nach einem Neustart des X-Servers anstelle der 800er Auflösung eine volle Auflösung (siehe Screenshot). Das bescheuerte Menü lässt sich mit einem Mausklick umstellen. Die Software-Auswahl gefällt mir recht gut; neben den KDE-Programmen sind auch einige Gnome-Programme dabei. Als Büroprogramm ist Libre Office drauf, Browser ist der Iceweasel (3.5.16) und Paketmanager ist Synaptic; auch Wine ist dabei. Multimedia funktioniert einwandfrei, da der GStreamer samt Plugins drauf ist; der fehlende Flashplayer lässt sich mit dem Script „install-flash-local.sh“ leicht nachinstallieren. Wieso sich allerdings der Iceweasel verabschiedet, wenn der Libre Office Writer geöffnet ist oder wenn man ihn öffnet, das ist mir allerdings ein Rätsel. Die beiden sollte man also nicht gleichzeitig laufen lassen.

Auf dem Desktop Rechner läuft Kanotix von der Live-DVD einwandfrei. Da verabschiedet sich auch der Iceweasel nicht (wie in der VBox). Die Scheibe ist also als Live-DVD sogar sehr gut geeignet, denn der Flashplayer ist schnell installiert (so man weiss wie das Script heisst).
Auch auf dem Laptop läuft Kanotix einwandfrei. Allerdings nur mit LAN-Kabel; denn WLAN kann man im Live-Modus vergessen; es fehlen die Treiber.
Den Installer habe ich nicht ausprobiert. Für die Nachinstallation der Nvidia- und ATI-Treiber gibt es (in /usr/local/bin) ebenfalls Scripte.

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7 Antworten to “Kanotix 2011-03 angeschaut”

  1. Keltermann Says:

    Dieser „Kurztest“ von Kanotix-Hellfire wurde anscheinend ziemlich hastig und unüberlegt gemacht.
    Allein schon die Behauptung, es gäbe keine wlan-Treiber ist definitiv falsch. Die non-free firmware für wlan der meisten laptops/netbooks ist enthalten. Ich habe von USB-Stick gebootet live-test und später auf HD installiert, auf 2 verschiedenen Laptops.

    Es steht nur in den Releaseankündigungen, dass bei Hellfire KDE Network Manager (Version 1:0.9~svn1141976) wicd von „Excalibur“ ersetzt.

    Das „bescheuerte“ Menü hat nichts mit Kanotix speziell zu tun. Kommen windowsnutzer und auch unbefangene Kinder gut zurecht. Manche Dinge sind halt Geschmackssache, das gilt z.B. auch für das Desktop. Da Kanotix den Standard-Desktop KDE hat und auf Debian-stable basiert, war halt noch bis Excalibur KDE 3.5.x Standard, mit Debian-Squeeze kommt KDE 4.x und dann ist 3.5.x halt auch Geschichte oder sagen wir „old-stable“.

    Für den 2.6.38er kernel wird es wohl bald ein update – geben, spätestens sobald er stable ist und wer aus Hardwaregründen downgraden muss oder will, kriegt im Forum bzw. IRC-Chat Tipps und Support.

    Kanotix gilt allgemein als ziemlich schnörkellos und unproblematisch, da es nur auf eine erweiterte Hardwareunterstützung und bessere Handhabung abzielt, weniger auf Schnickschnack.

    Im übrigen ist es keine Live-CD, sondern DVD, das ISO ist zu groß, da es auch im Live-Modus eine praktikable Software-Auswahl haben soll. Am besten ist ein Einsatz vom bootbaren USB-Stick, da hat man z.B. mit einem kleinen Netbook von 1 GB ohne CD/DVD-Laufwerk mehr Vor- als Nachteile.

  2. lotharf Says:

    Schau dir die Überschrift an; ich habe absichtlich geschrieben „angeschaut“. Und das fällt dann halt auch recht subjektiv aus. „Unüberlegt“ ist das aber keineswegs, wenn man einfach seine Eindrücke schildert. Das hier ist nämlich keine Fachzeitschrift, sondern ganz einfach ein privater Blog. Und da pflege ich halt meinen eigenen Stil. Ich diskutiere aber gerne, wenn es andere Meinungen gibt.
    Natürlich ist das keine CD sondern eine DVD; ich habe sie ja gebrannt; da ist mir ein Flüchtigkeitsfehler passiert, den ich inzwischen korrigiert habe.
    Es ist ja möglich, dass die WLAN-Firmware mit drauf ist; ich habe aber gar nicht danach gesucht. Mir war in diesem Fall wichtig, dass die WLAN-Karte (eine b43) gar nicht erkannt worden ist. Es ging hier primär um den Live-Modus; denn bei einer Installation ist es ja wohl ziemlich egal, ob die Firmware auf der Scheibe ist oder ob man sie runter lädt.
    Und übrigens; warum ärgerst du dich eigentlich? Ich habe Kanotix doch gut beurteilt.

    • Keltermann Says:

      So sehr hab ich mich jetzt nicht geärgert. Ich hab mal kurz gegoogelt um zu schauen wie das Echo auf das Kanotix-Hellfire-Release ist (Kanotix war ja die letzten 3 Jahre eher ein „Geheim“-Tipp) Es gibt aber bisher fast nur die Übernahme der Releaseankündigung, kein Testberichte (der Bericht von deinem kurzen „Anschauen“ gibt ja nicht viel her) 😉 Wollte aber die sachlichen Irrtümer nicht so stehenlassen.

      Du hast aber schon eine gewisse Eigenart die Dinge zu bewerten bzw. auf den Kopf zu stellen. Der Satz „Es basiert auf Debian 6.0, ist daher eher konservativ (aber stabil) und hat auch die bekannten Einschränkungen“ beim vorigen Post würde bei fast allen Debianern Kopfschütteln auslösen. Das „konservative“ bei Debian macht ja die Distri so stabil, dass bei „stable“ nur Sicherheitsupdates dazukommen ist der Schlüssel zur Stabilität

      Es gibt natürlich schon bekannte Einschränkungen z.B. bei moderner Hardware bei Desktops und Laptops kann ein Debian-Squeeze-„pur“ Kopfzerbrechen bereiten, aber dafür gibt es eben Derivate wie Kanotix.

    • lotharf Says:

      Ich teile halt einfach die Debian-Philosophie nicht. Ich halte sie eher für eine Ideologie und für sehr schädlich im Hinblick darauf, dass sie die Verbreitung von Linux eher verhindert. Diese Meinung habe ich hier schon oft zum Ausdruck gebracht.
      Und ich habe den Eindruck, dass das durchaus auch so gewollt ist. Denn wo kämen wir denn da hin, wenn jeder Hinz und Kunz und auch Lieschen Müller Linux verwenden würde? Dann könnte man sich ja gar nicht mehr als Elite fühlen!

      • Keltermann Says:

        Da kommen wir jetzt der Sache näher. 😉
        Ich selbst teile auch die Meinung, dass es möglich sein sollte ein einfaches Linux-Desktop-System für Lieschen Müller zu erstellen.
        Ich selbst habe schon bei dieser oder jener ordentlichen Hausfrau gesehen, dass auf der Festplatte das blanke Windows-Chaos herrscht, weil die Dame „wo sich nicht so mit Computern“ auskennt, nie dem Computer widerspricht, es wird nur die „enter“-Taste gedrückt und der Computer macht was er will, bis nix mehr geht.
        (Da habe ich im übrigen lKanotix installiert, das läuft auch noch stabil, wenn Lieschen ein halbes Jahr wartet, bis ich nach dem Computer schaue)

        Man muss bei Debian zwei Dinge im Hinblick auf „konservativ“ unterscheiden:
        1. wie schon erwähnt, dass im „stable“-Repository nur Sicherheits-Updates gibt um z.B. auf Servern und Großrechnern kein Chaos hervorzurufen, das ist essentiell für den Profibereich.
        Nicht umsonst gibt es noch das „Testing“ und „Unstable“ Repository, für die neueren Pakete.

        2. Der „Kult-Debianer“: Er achtet darauf, dass alles „orginal“ Debian ist, möglichst alles auf der Konsole erledigt wird und die „bösen“ proprietären Treiber höchstens von der Homepage des Herstellers bezogen wird (nicht etwa durch ein Script wie bei Kanotix oder gar per GUI)
        Der hilfreiche Debianer gibt dann im Debian-Forum gern die Links bekannt, wo sich der Interessierte in den nächsten Wochen durch 2000 Seiten Howtos durcharbeiten darf, die aber meist veraltet sind.

        Das sind 2 verschiedene Aspekte.die du zusammenschmeißt. Zu kritisieren ist eigentlich nur Punkt 2.
        Aber selbst im deutschen Debian-Forum sind die nicht so extrem. Es wird gelegentlich auf ein Derivat verwiesen im Notfall sogar Ubuntu, da sitzen nicht ausschließlich verbohrte Ideologen. 😉

        Andererseits kann es keine falsches, gute oder schlechte Linux-Distries geben, wenn sie ein klares Profil mit einer definierten Zielgruppe haben.

        Wenn ich nur an den Streit zwischen Kanotix und sidux bzw. aptosid denke.
        Das sind 2 völlig verschiedene Nutzergruppen.
        Nicht vorstellbar, dass Lieschen Müller oder Onkel Heinz zur Homepage
        der Distrie geht und schaut ob es gerade“upgrade warnings“ gibt oder mit Hilfe des Forums irgendwelche Auskünfte über eingesetzte Hardware gibt, um dann evtl. mit support der „Devs“ ein „workaround“ zu erreichen, nur um jederzeit „bleeding edge“ – Software einzusetzen…..

        Erfahrungsgemäß ist bei Windowsern die Geduld bei Linux = 0 und bei Windows die Leidensfähigkeit unendlich.
        Wenn das etwas aufgemotzte userfreundliche Debian-Derivat „ready-to
        -use“ ist. d.h. es läuft „out-of-the-box“ und man muss nicht erst Treiber und Co. nachzuinstallieren, weil soviel freie Software wie möglich und nur so viel proprietäre wie nötig verwendet wird.

        Andererseits sollte man nicht für jede Kleinigkeit ein grafisches GUI oder „Konfigurations-Center“ erwarten. Das Gegenteil zu Hardcore-Linuxer wäre, die konsole immer zu vermeiden. Immer ein extra Fenster nur um auf eine Frage „Ja“ oder „nein“ zu drücken.

        Lieschen Müller muss einmal das flash-plugin für mozilla installieren, bei Kanotix halt mit script. Ist ja nicht so, dass dies jede Woche gemacht werden muss, sodass sich das GUI lohnen würde…s
        Ich habe selbst schon gemerkt, dass die Distrie, die ganz ohne Konsole auskommt mal sich auch bei einem Fenster aufhängt.
        Ein „apt-get update && apt-get upgrade“ hat geholfen.

        Also man kann durchaus eine klare strukturierte und differenzierte Linie verfolgen ohne Holzhammer 😉 😉

  3. Keltermann Says:

    Sry da ist die Korrektur doppelt durch 😉

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