OpenSuse 11.4 angeschaut

Warum ich diesen Artikel erst jetzt schreibe? Nun; es war nicht nur Fukushima, warum ich eine Woche lang eine Art Schreib-Blockade gehabt habe; etwas lag das auch mit an OpenSuse. Ich habe mir nämlich die 64-bit Version der DVD herunter geladen. Will das in der VirtualBox installieren, da ich dort immer die aktuelle Suse-Version habe. Wundere mich noch, dass ein Update nicht geht, da dort die 32-bit Version installiert ist; muss also die Maschine löschen und neu anlegen. Die Installation hat auch einwandfrei geklappt. Nur bis auf die Tatsache, dass die 64-bit Version nicht gelaufen ist, sondern sich aufgehängt hat. Na und dann endlich kam die Erinnerung wieder; das gleiche Problem gab es doch auch bereits bei der 11.3! Wenn man sich über sich selber ärgert, ist das meist schlimmer als wenn man sich über was anderes ärgert. Also habe ich erst mal eine Woche lang die Finger von OpenSuse gelassen. Aber immerhin habe ich dadurch mitbekommen, dass der gleiche Fehler immer noch da ist.

Aber irgendwann hat mir dann doch was gefehlt; ich hatte ja meine alte Installation gelöscht. Also habe ich mir dann doch auch noch die DVD mit der 32-bit Version geholt. Die Installation hat einwandfrei geklappt und diese Version läuft auch in der VBox. Der Installer ist ja so ziemlich der beste und übersichtlichste, den es gibt. Man kann entweder die Vorschläge übernehmen oder die Installation nach seinen eigenen Vorstellungen vornehmen; sogar bis auf jedes einzelne Paket. Die Gasterweiterungen der VBox müssen gar nicht installiert werden; die Treiber sind also offensichtlich schon dabei. Und wenn man vorher bei der Installation mit der Software-Auswahl etwas grosszügig ist und die entsprechenden Schemata auswählt, dann hat man auch gleich die besten Programme aus dem KDE- und aus dem Gnome-Bereich zur Verfügung.
Ja und dann werden halt ein paar Nachinstallationen fällig. Java und den Acrobat-Reader kann man z.B. aus dem Non-OSS Repository installieren. Für den Flashplayer gibt es im Firefox ein Platzhalter-Plugin, so dass man den Flashplayer nicht per Hand installieren muss, sondern der sich wie bei Windows aus dem Firefox heraus installieren lässt. Und auch das Problem mit den fehlenden Multimedia-Fähigkeiten hat man bei 11.4 sogar recht elegant gelöst. Am besten legt man eine Video-DVD ein. Wenn dann der Kaffeine startet, sagt der, dass er diese nicht abspielen kann. Aber er bietet an, nach den fehlenden Paketen zu suchen. Die findet er aber natürlich nicht. Nun schlägt er vor, dass er die vielleicht in einem anderen Repository finden könnte und öffnet auch gleich die Repository-Verwaltung des Yast. An dieser Stelle sollte man jetzt allerdings wissen, welches Repository man eintragen muss. Es ist der „Packman“; die URL findet man auf der OpenSuse Webseite; bzw. man findet sie nicht, weil dort nämlich seltsamer Weise noch keine Repositories für 11.4 aufgeführt sind. Aber das ist auch kein Problem; man nimmt einfach die URL für die 11.3 und ersetzt dort die 3 durch die 4 (es bietet sich da an, dass man bei dieser Gelegenheit das VLC-Repository auch gleich mit einträgt). Ja und dann findet Kaffeine die fehlenden Pakete, installiert sie und Multimedia funktioniert.
OpenSuse ist schon eine recht feine Distribution, auch wenn sie in letzter Zeit nicht mehr so verbreitet ist; ich möchte sie jedoch nicht missen. Der Yast, den manche so gar nicht mögen, gefällt mir zum Zwecke der Systemkonfiguration sogar sehr gut. Was mir nicht so gefällt ist der grosse RAM-Verbrauch. Von den für die Maschine zugeteilten 1024 MB an RAM sind nach dem Start nur noch 250 MB frei.

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11 Antworten to “OpenSuse 11.4 angeschaut”

  1. Johannes Says:

    Ich hatte noch während des Setups Kernelpanic. (Auch hier 64 Bit in einer VM auf Basis von VMware).
    Das hat auf mich auch keinen guten Eindruck erweckt. Ich muss dazu aber sagen, dass es auf einemphysikalischen System läuft.

  2. lotharf Says:

    Auch die 64-bit Version der 11.3 ist direkt installiert einwandfrei auf 64-bit Rechnern gelaufen; ich habe selbst zwei Dual-Boot Installationen gemacht. Nur halt eben in virtuellen Maschinen läuft sie nicht.

  3. Zaungast Says:

    ist natürlich langsam auch so das Linux zur unter 3% Partei gehört obwohl viele wichtige Server nur mit Linux arbeiten….wer soll das verstehen?…….werden die Nutzer immer bequemer und unkritischer oder sind sie überfordert?…….

    • lotharf Says:

      Die Nutzer sind nicht überfordert; die meisten wissen ja nicht einmal, dass es Linux überhaupt gibt. Oder vielleicht haben sie sogar den Namen schon mal gehört, aber was das ist wissen sie nicht. Oder man sagt ihnen, das sei nur was für Spinner (das habe ich selber gehört, was dann auch in diesem Grossmarkt zu einem kleinen Eklat geführt hat 😀 ).
      Und man muss auch alles tun, damit das so bleibt, denn:
      1. wäre Linux sehr schädlich für die Volkswirtschaft! Weil man nämlich damit kein Geld verdienen kann; und das würde doch das Wirtschaftswachstum sehr gefährden.
      2. wäre es eine grosse Gefahr für die innere Sicherheit. Denn es gibt doch keine Hintertüren für die Geheimdienste. Und nicht einmal der Bundestrojaner und die verschiedenen Landestrojaner funktionieren da.

      • Zaungast Says:

        mit Verlaub mal sagen mus…sorry für den Wortlaut….es ist nun mal so das alle Sites ob sie den Staat den Arsch hinhalten oder absolut auf ihn pupen Linux nutzen……nur die User kaum…..warum?…..

      • lotharf Says:

        Weil die User auch in diesem Bereich systematisch verblödet werden. Das fängt mit einer engen Zusammenarbeit zwischen MS und der amerikanischen Regierung und den Geheimdiensten an. Geht weiter mit Behörden, die Verträge mit MS abschliessen und unser Geld zum Fenster hinaus werfen; Unis zwingen ihre Studenten dazu, MS Office zu verwenden; die Cumputer-Hersteller liefern die Rechner mit vorinstalliertem Windows aus. Und nicht einmal beim kleinen Computer-Laden um die Ecke bekommst du Linux, weil der ja sogar für die Arbeit des Brennens und für den Rohling noch drauf zahlen würde.
        Na und dann gibt es ja auch noch das absolute Totschlags-Argument:
        Was nix kostet kann auch nix taugen!
        Man müsste die Lizenzen so ändern, dass Aldi Linux für € 9,95 verkaufen darf; dann wäre das natürlich der Renner (denn Geiz ist ja bekanntlich geil).

      • Deine Says:

        „Man müsste die Lizenzen so ändern, dass Aldi Linux für € 9,95 verkaufen darf;“

        Ist doch erlaubt — die GPL verbietet es nicht!!
        Du kannst dir einen Rohling nehmen und Linux draufbrennen und es dann verkaufen … das selbe auch vorinstalliert auf einem Rechner!

      • lotharf Says:

        Ja, ich darf eine Scheibe brennen und diese dann verkaufen. Aber der Preis darf sich nur auf den Rohling und auf die Arbeit des Brennens beziehen; nicht aber auf Linux selbst. Und das setzt auch natürliche Grenzen, die ich bei einer DVD vielleicht bei maximal € 5,- ansetzen würde (siehe auch die Shops, die CDs oder DVDs versenden). Aber Multimillardär wird man wohl nur, wenn man an einem Produkt mindestens 50 % verdient. Deshalb hätte ich wohl eher von € 19,95 oder € 29.95 schreiben sollen.
        Aber vielleicht liest ja jemand von Aldi mit und die machen einen Deal mit Novell über eine abgespeckte Medion Enterprise Version und ich kriege eine kleine Provision für die Idee.

      • Deine Says:

        Bei der Installation eines Rechners hast du durchaus Zeit investiert und bei den Stundenpreisen für ein Betriebssystem, kommst du schon über 30€ .. die könnte Aldi erheben, schließlich wird ja sonst auch nicht aufgeschlüsselt, was das BS aufn Aldirechner kostet ….

        Aber das ganze ist nunmal nicht gewollt .. MS kümmert sich schon drum..

  4. Zaungast Says:

    an alles was dran aber erklärt immer noch nicht warum fast alle Server Linux nutzen…..das bedeutet dann ja das alle Surfer Narren sind so wie „Blöd“Zeitung Leser?……

  5. lotharf Says:

    Warum laufen Server mit Linux? Dafür gibt es viele Gründe.
    Zunächt mal, weil es ausgezeichnete Software dafür gibt (natürlich kostenlos). Dann ist es der Zweck eines Servers, dass er läuft; und zwar, dass er möglichst ständig läuft. Unter Linux können problemlos irgendwelche Sicherheits- oder andere Updates installiert werden während er weiter läuft. Er muss nicht herunter gefahren und neu gestartet werden; Man muss höchstens mal den einen oder anderen Dienst stoppen und neu starten, was in vielleicht 5 Sekunden erledigt ist. Linux Server können Jahre laufen, ohne dass sie jemals neu gestartet werden müssten.
    Und dann kommt natürlich auch noch dazu, dass sie ein sehr hohes Mass an Sicherheit gegenüber Hackern und irgendwelchem Ungeziefer bieten (wenn sie richtig konfiguriert sind).
    Alle diese Vorteile könnte natürlich auch ein Otto-Normal-User haben, wenn er auf seinem Desktop-Rechner Linux verwendet.
    Auch zum sicheren Surfen ist Linux bestens geeignet; sei es als Live-CD oder als virtuelle Maschine. Da kannst du alle die Seiten, die WOT mit einem roten Kringel versieht, völlig bedenkenlos aufrufen. (Was allerdings mit einem virtuellen Windows auch geht, denn das kannst du ja mit einem Mausklick löschen, wenn es verseucht ist)

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