Warum hier so lange nichts mehr passiert ist

Zunächst mal möchte ich allen denen, die mich vermisst haben (und sich gar Sorgen um mich gemacht haben), sagen dass es mich noch gibt. Ich habe halt einfach hier nichts mehr geschrieben. Gründe dafür gibt es mehrere.
Einige davon möchte ich unter dem Stichwort Stress zusammenfassen. Wenn man halt öfters nachts bis 2 oder 3 vor dem Rechner sitzt (und das manchmal gar mehre Tage hintereinander), dann braucht man sich nicht wundern, wenn diese Belastung zu gesundheitlichen Problemen führt. Langjährige Leser werden mitbekommen haben, dass ich deshalb auch eine Kur hinter mir habe. Damals wurde mir sogar ein „Blogverbot“ verordnet (an das ich mich dann aber anschliessend nicht sehr lange gehalten habe). Als ich im letzten Jahr gemerkt habe, dass ich bezüglich Stressvermeidung wieder mal was tun muss, habe ich mir selber die Sommerpause verordnet. Und ich habe erstaunt feststellen müssen, dass es ohne das tägliche Schreiben im Blog auch geht.
Obwohl dann einige geschrieben haben, nun würde aber allmählich wieder Zeit weiter zu machen, habe ich die Pause noch etwas ausgedehnt. Das war der eigentliche Fehler. Denn als ich weitermachen wollte habe ich gemerkt: ich blicke nicht mehr durch. Wenn man sich viele Wochen lang einfach nicht mehr über die aktuellen Entwicklungen in dem Themenbereich meines Blogs informiert, dann verliert man gar schnell den Anschluss; was ich leider erfahren musste.

Es ist nicht so, dass ich Anläufe unternommen hätte für neue Artikel. Aber diese wären meist nicht mehr ironisch, sondern bitterböse ausgefallen. Soll ich hier eigentlich nur noch verreissen und schimpfen? Von den Leuten, die gegen ACTA demonstrieren, dürften 98% einen Gesichtsbuch Account haben (ich habe keinen). Sie kämpfen gegen staatliche Kontrolle und ziehen sich gleichzeitig gegenüber Facebook nackt aus. Die neuen Betriebssystem-Versionen – seien es Linux oder Windows – mögen ja sogar gut geeignet sein für die Bedienung mit den Fingern, sind aber ein Alptraum auf einem Desktop-Rechner mit Mausbedienung. Ich habe aber weder ein Tablet noch ein Smartphone; als Notfall-Handy fürs Handschuhfach im Auto tuts auch ein Minihandy. Als Fazit von der Cebit? Lauter Firlefanz zu Wahnsinnspreisen, den aber absolut keine Sau braucht. Cloud-Computing? Wie bescheuert muss eigentlich jemand sein, der seine Daten einem Server anvertraut, von dem er meist gar nicht weiss wo der steht und wer ihn betreibt?

Von politischen Themen will ich erst gar nicht reden. Blogger geniessen nämlich bezüglich Meinungsfreiheit nicht den gleichen Schutz wie etwa Journalisten. Soll ich etwa jedes Wort auf die Goldwaage legen? Selbstzensur ist ja fast noch schlimmer als echte Zensur. Da schreibe ich dann halt lieber gar keinen Artikel. Und überhaupt sind einige Entwicklungen schlimmer und schneller, als ich es mir vor einigen Jahren in meinen schlimmsten Horrorvorstellungen hätte vorstellen können. Das ist jetzt zwar zynisch, aber meine Meinung. Vieles von dem, wogegen ich hier angeschrieben habe, war ganz offensichtlich ein Kampf gegen Windmühlen (deshalb auch das Bildchen oben).

Wie geht es hier weiter? Geht es weiter? Ich weiss es einfach noch nicht. Immerhin habe ich mir mit diesem Artikel einigen Frust von der Seele geschrieben.

12 Antworten to “Warum hier so lange nichts mehr passiert ist”

  1. MK Says:

    Hi Lothar,
    gegen ACTA kann man aber auch ohne Facebook-Mitgliedschaft sein. Bei ACTA ist ja jeder Bürger gleich höchst verdächtig und bedarf einer genausten Kontrolle. Ich sach nur 1984….

    MK

    • lotharf Says:

      Natürlich kann man ohne Facebook-Mitgliedschaft gegen ACTA protestieren. Aber siehst du denn da den Widerspruch nicht? Die meisten, die da gegen den Teufel demonstrieren, verwenden zur Verabredung für diese Demo den Beelzebub.

  2. Erich Says:

    Du hast mir aus der Seele gesprochen Lothar, Facebook und
    Konsorten machen den Nutzer zum „gläsernen“ Menschen.
    Leider kapieren dies viele nicht und merken zu spät, wenn
    sie gravierende Nachteile erleiden. Schön, dass Du nur eine
    verordnete Pause gemacht hast. Dachte schon an schlimmeres.

    E

  3. Machi Says:

    Warum sind wir den Lothar Leser?

    >Weil er das Anspricht was auch wir (meistens) so „sehen“.
    >und Denken wie Er.

    Danke Lothar und weiter so.

    Gruß Machi

    P.S. Das hat heute mal wieder „GUT“ getan!

  4. Anonymous Says:

    Hallo Lothar,

    Schön Dich wieder zu Lessen,aber wichtiger ist das Dir gut geht,

    Beste Grüße
    Marek

  5. Anonymous Says:

    Die Sache mit der Pause kenne ich….. und so ein Tag hat halt mal nur 24 Stunden – klar, wenn’s nicht reicht, arbeiten wir halt die Nacht durch und notfalls verzichten wir noch auf die Pausen…😉

    Aber wenn ich Deinen Blog lese, weiß ich wieder, dass ich nicht der einzige bin, der ständig nur „verreißen oder schimpfen“ könnte. „Wir“ sind scheints in der Minderheit, aber es gibt „uns“ halt doch noch!

    Mach einfach langsam – aber mach…. ich weiß jetzt, was in meinem RSS-Feed die ganze Zeit gefehlt hat!

  6. Anonymous Says:

    @Jürgenürgen ???

    ist halt das Alter🙂

  7. Markus Says:

    Hallo Lothar,

    freut mich, dass Du wieder (gesund) zurück bist. Jetzt hab ich zum Frühstück endlich was sinnvolles zu lesen. Dein Artikel spricht mir aus der Seele, jedoch stimme ich der bildlichen Metapher leider ebenfalls zu. Ich selbst kenne nur wenige Leute, die nicht den ganzen „gläserner Mensch“-Kram mitmachen.

    Als aktuell geeignetes OS empfehle ich übrigens Archlinux mit XFCE (insbesondere, weil ungeeignet auf Tablets😉

    Viele Grüße

  8. snoopy1alpha Says:

    Welcome back🙂

    Ich habe gestern an dich gedacht und mich gefragt, ob du wieder schreibst. Ich hatte sogar schon in Erwägung gezogen, dass ich bei eurem Club anrufe und mal nachfrage, ob es dir gut geht🙂 Diesen Anruf hast du mir nun erspart. Ich freue mich schon deine neuen Artikel zu lesen. Achja, dich dürfte es freuen, dass ich mir einen Hund angeschafft habe (und keine Katze)😉

    • lotharf Says:

      Ich mag Hunde und Hunde mögen mich. Das liegt offenbar daran, dass ich mit Hunden aufgewachsen bin; kein Hund hat mir jemals was getan. Ganz im Gegensatz zu Katzen, wo die Abneigung auf Gegenseitigkeit zu beruhen scheint. Die fahren offenbar schon ihre Krallen aus, wenn sie mich nur von weitem sehen.

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