Die Verarsche der Woche

„Ein Kilo Rindfleisch so mies wie 1600 Kilometer Autofahren“ (ein Artikel auf Welt Online). Auf welche dumm-dreiste Art wir hier wieder mal desinformiert und manipuliert werden sollen, das geht wirklich auf keine Kuhhaut (sic).

Einen eigenen Artikel dazu will ich hier gar nicht schreiben, denn der würde wohl viel zu lang ausfallen. Nur so viel möchte ich dazu bemerken: Wir könnten ja auf den Verzehr von hochwertigem Rindfleisch vollkommen verzichten. Dann könnte man auf diesem Weideland Weizen anbauen und diesen dann gleich zu Biosprit verarbeiten. Das ergäbe dann wahrscheinlich nach den Massstäben dieser sog. „Wissenschaftler“ sogar eine positive „Klimabilanz“ (übrigens ein künstlich erzeugter Begriff, der auf keinerlei Fakten beruht, sondern auf völlig willkürlichen Annahmen, die sich jeder so zurecht legen kann, wie er sie gerade braucht).

15 Antworten to “Die Verarsche der Woche”

  1. Jürgen Says:

    In dem Artikel steht was von „Rindfleisch aus Brasilien“. Dann die Erklärung dazu, aber kann ja jeder selbst nachlesen.

    Rindfleisch aus Mitteleuropa schneidet in der Bilanz der Wissenschaftler deutlich besser ab, mit umgerechnet 111 Kilometern Autofahrt.

    „Ein Kilogramm des Geflügelfleischs ist nach den Berechnungen der Forscher für den Ausstoß von durchschnittlich 6,4 Kilogramm Kohlendioxid verantwortlich. Dies entspricht 31 Autokilometern.“

    Für mich ist die ganze Erklärung leicht nachvollziehbar. Die Abgase aus der Kuh sind da auch mit einbezogen, und die sind nicht gerade wenig, wie man herausgefunden hat.

    Von Verarschung kann ich da absolut nichts erkennen.
    Hast Du Dir den Artikel überhaupt durchgelesen?

  2. lotharf Says:

    Natürlich habe ich diesen Artikel gelesen; und sogar nicht nur einmal. Weil ich nämlich eine riesige Wut bekommen habe darüber, wie sehr wir mal wieder für dumm verkauft werden sollen.
    Du darfst schon lange nicht mehr davon ausgehen, dass Wissenschaftler bei ihrer Arbeit nur der Forschung verpflichtet sind. Heutzutage ist für sie meist nur wichtig, wer ihre Arbeit finanziert. Du darfst schon lange nicht mehr davon ausgehen, dass unsere Mainstream-Medien der Informationsvermittlung verpflichtet sind. Heutzutage ist ihre Aufgabe eher die Desinformation und die Manipulierung der öffentlichen Meinung.
    Wenn du mal den Artikel unter diesem Aspekt betrachtest, dann wirst du sehr schnell erkennen, dass er, obwohl er recht anschaulich und logisch klingt, in Wirklichkeit sogar höchst manipulativ ist. Am deutlichsten wird das durch das Stilmittel des zwar anschaulich scheinenden, aber absolut dubiosen Vergleiches mit den Autokilometern.
    Und wenn du mal zum Stichwort „Klimabilanz“ in die Wikipedia schaust, dann wirst du sehen, dass es dafür über 400 höchst unterschiedliche Definitionen gibt. Diejenige aus dem Artikel ist schon wieder eine neue.
    Haben diese Fachidioten bei dieser Neudefinition von „Klimabilanz“ vielleicht schon mal daran gedacht, dass auch Gras auf Weideland CO2 verbraucht, wenn es wächst?
    Und das Futter, das die Rinder in den Mastbetrieben fressen, das wächst gemäss dieser Milchmädchen-Rechnung dann wohl im Stall?
    [Und schliesslich: überleg mal, wer die Arbeit dieser „Wissenschaftler“ finanziert haben könnte; einen Hinweis darauf, wer das vielleicht sein könnte, hast du sogar selbst erwähnt.]

  3. Jürgen Says:

    Gras verbraucht nun mal nur einen Bruchteil von dem was ein Wald oder ein Maisacker verbraucht. Das haben diese Wissenschaftler völlig richtig erkannt.
    Rindfleisch um die halbe Welt fliegen und dann über die Autobahnen mit LKW’s verteilen verbraucht nun mal auch mehr CO2 als der hiesige Schlachter um die Ecke. Das haben diese Wissenschaftler ebenfalls völlig richtig erkannt.
    Aber wenn’s ums Essen geht verstehen ein paar Deutsche keinen Spaß, die würden Rindfleisch vom Mond einfliegen lassen und hätten kein schlechtes Gewissen dabei.

  4. lotharf Says:

    Eines hast du völlig richtig erkannt; ein Steak von einem Weide-Rind verzehre ich mit sehr viel mehr Genuss als z.B. ein Hähnchen von Wiesenhof.
    Aber genau das ist ja das manipulative dieses Artikels, dass man uns ein schlechtes Gewissen einreden will. Dabei sind keineswegs wir es mit unserer Ernährungsweise, die diesen Planeten ruinieren. Das tun schon ganz andere.
    Und ausserdem ist es mir auch lieber, wenn das Fleisch mit dem Flugzeug eingeflogen wird, als wenn lebende Rinder im Vieh-LKW oder -Waggon zum Schlachten durch halb Europa gekarrt werden. (und nicht etwa zum Schlachter um die Ecke)

  5. Anonymous Says:

    denke mal so werden alle verschwinden die was gegen kranker und für Menschen schädlicher Tierhaltung haben… http://highland-beef.ch/index.php?site=aktuelles

  6. Jürgen Says:

    Also gut Lothar, du läßt Dir dein Steack weiterhin aus Brasilien einfliegen, und ich kaufe meines eben bei meinem Metzger um die Ecke. Der bezieht seine Tiere von den umliegenden Bauernhöfen, d.h. solange noch genug regionale Fleischprodukte gekauft werden und diese Bauern Ihren Hof nicht aufgeben müssen (wg. Billigfleisch aus dem Ausland).
    Jedem das Seine.

  7. lotharf Says:

    Nein; die Tatsache, dass ich mich über diese angeblich wissenschaftliche Untersuchung, die dann auch noch kritiklos abgedruckt worden ist, so aufgeregt habe, bedeutet nicht, dass ich meine Steaks aus Brasilien einfliegen lasse.
    Auch ich kaufe mein Fleisch und meine Wurst beim örtlichen Metzger (und nicht im Supermarkt), meine Einer beim Bauern. Wie ich überhaupt regionale Produkte bevorzuge.
    Das wichtigste ist für mich allerdings mein eigener Garten, in dem ich eine Vielzahl an Salaten, Gemüsen und Kräutern, ja sogar meine eigenen Kartoffeln anbauen kann. Und natürlich auch ein Gewächshaus für Tomaten und Gurken. Warum nehme ich die viele Arbeit auf mich? Weil die vielen bedauernswerten Menschen, die ausschliesslich auf die Produkte aus dem Supermarkt angewiesen sind (was übrigens leider auch auf Bio-Produkte zutrifft) niemals die Erfahrung machen können, wie köstlich ein Kopfsalat, ein Radieschen, eine Kartoffel, ein Zucchini, eine Tomate oder eine Gurke überhaupt schmecken kann.

    • Anonymous Says:

      genau was soll der Scheiß zu behaupten man mus etwas besonderes sein um einfachste Dinge handzuhaben……ich z.B. geh nach den publib gewordenen Sauereien nur noch zu den Bauern meines Vertrauens und darf mir da sogar die Tierhaltung jederzeit ansehen………………….gern zahle ich dafür ein paar € mehr oder ?????

  8. Jürgen Says:

    Lieber Lothar, hast Du den andere Informationen außer dem Zeitungsartikel?
    Warum sind das alles „Angebliche Wissenschaftler“ bei Dir? Kennst Du diese Wissenschaftler und kannst deren Fähigkeiten beurteilen?
    Sind das alles nur Annahmen von Dir oder hast Du auch Belege für deine Ausführungen? Das sind ja immerhin ziemlich große Vorwürfe gegen diese Leute. Da sollte dann Deinerseits auch ein fundierter Beleg vorhanden sein. Wer hat den angeblich die Arbeit dieser Wissenschaftler finanziert?

    Ansonsten muss ich mich wiederholen, für mich ist die ganze Erklärung deiner so genannten „Angeblichen Wissenschaftler“ leicht nachvollziehbar. Hingegen kann ich Deiner Argumentation überhaupt nicht folgen.

    Zum Begriff Klimabilanz:
    Der Begriff Klimabilanz setzt sich aus den Wörtern Klima und Bilanz zusammen. Bilanz bedeutet auch Gegenüberstellung. Das genau wurde in der Untersuchung ja getan. Also darf man auch diesen Begriff verwenden.

    Ich habe auch nicht erkennen können, dass die Leute auf Grund dieser Untersuchung auf Fleischverzehr verzichten sollen, oder war es das was Du daraus gelesen hast?

  9. lotharf Says:

    Der Begriff „Klimabilanz“ ist ein absoluter Kunstbegriff. Er ist weder genau definiert, noch ist er in irgend einer Weise normiert. Lt. Wikipedia gibt es mehr als 400 verschiedene Definitionen von „Klimabilanz“. Das heisst, jeder kann sich seine seine eigene Definition von „Klimabilanz“ zurecht basteln, was auch in dem Artikel gesagt wird, dass diese „Wissenschaftler“ dies gemacht haben. Je nachdem, welche Faktoren du jetzt für die Berechnung her nimmst oder weglässt, kommst du zu höchst unterschiedlichen Ergebnissen; evtl. auch zu völlig gegensätzlichen. Die Idee, die Fläche eines (zwar leider) nicht mehr vorhandenen Regenwaldes einzurechnen, ist allerdings derart absurd; absurder geht es nicht mehr. Erklärbar höchstens damit, ein bestimmtes vorgegebenes Ergebnis erzielen zu wollen. So etwas hat mit Wissenschaft nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun; das ist wissenschaftliche Prostitution.

    [Was mich jetzt interessieren könnte und auch die Basis für eine eventuelle neue „wissenschaftliche“ Untersuchung sein könnte, ist folgende spannende Frage: produzieren eigentlich Mastrinder im Vergleich zu Weiderindern nur halb so viel Methan, weil sie nur halb so lange leben? Oder gleichen sie das wieder aus, indem sie öfter furzen?]

  10. Jürgen Says:

    In welchem Wikipedia hast du 400 verschiedene Definitionen von „Klimabilanz“ gefunden? Im deutschen Wikipedia ist nicht eine einzige vorhanden.

    Und Dinge wie abholzen von Regenwald um danach Viehzucht darauf betreiben zu können muss in eine Klimabilanz mit aufgenommen werden. Sonst würde man ein verfälschtes Ergebnis bekommen. Die positiven Klimaverursacher und die negativen Klimaverursacher sollen ja alle in die Rechnung mit einfließen.
    Das weglassen solcher Einflüsse in der Gesamtrechnung wäre absurd.

    Oder du lässt eben den Regenwald aus deiner persönlichen Bilanz raus, weil er dir nicht in den Kram passt. Das ist dann allerdings sehr unwissenschaftlich.

  11. lotharf Says:

    Wenigstens sind wir uns dahin gehend einig, dass es keine anerkannte Definition gibt.
    Zitat aus der Wikipedia:

    In Deutschland wurde der CO2-Fußabdruck von Produkten von Bundes Ministerium für Umwelt, Umweltbundesamt und Öko-Institut zwar diskutiert, laut dem abschließenden Memorandum werden aber keine weiteren Aktionen unternommen, bevor nicht die ‚ISO 14067‘ für die Bilanzierung des CO2-Fußabdrucks von Produkten zur Verfügung steht, da eine zusätzliche Verwirrung der Bevölkerung zu den ca. 400 bereits bestehenden Labeln vermieden werden soll.

    Und übrigens: auch in Deutschland wuchsen auf einem Grossteil der heute landwirtschaftlich genutzten Flächen Wälder. Auch die sind irgendwann mal abgeholzt worden. Das ist zwar schon einige hundert Jahre her, aber nach deiner Logik müsste man die genauso mit einrechnen.

  12. Jürgen Says:

    Es geht um die Fleischerzeugung für die eine Abholzung von Wäldern vorgenommen wird. In Europa ist das bekanntermaßen nicht erlaubt, anders in Brasilien. Da werden auch Wälder einfach nur niedergebrannt um neues Weideland zu bekommen.

    Aber wenn Dir das egal ist, dann lass dir dein Steak weiter einfliegen und gut schmecken.

  13. lotharf Says:

    Jedenfalls lasse ich mir von irgendwelchen durchgeknallten Öko-Faschisten kein schlechtes Gewissen bezüglich meines Lebensstils einreden!
    Und die gleichen Leute finden es anscheinend völlig in Ordnung, wenn Weizen zu Bio-Sprit verarbeitet wird und dadurch der Mehlpreis innerhalb eines Jahres um 30% gestiegen ist!

  14. Jürgen Says:

    Als Öko-Faschisten wurden die Wissenschaftler in dem Artikel nicht benannt. Wie kommst du darauf? Ich habe auch keine Hinweise auf deren Zustimmung für die Verarbeitung von Weizen zu Bio-Sprit in dem Artikel gefunden.
    Übrigens wird in Brasilien schon seit vielen Jahren aus Zuckerrohr Biosprit erzeugt. Dafür werden ebenfalls Wälder gerodet. Ist nach deiner Argumentation aber dann ja auch kein Problem, oder gilt diese Argumentation nur für die Fleischerzeugung?

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