Rechenmodelle – die moderne Form der Wahrsagerei

Was macht man, wenn man ein schönes neues Spielzeug hat? Man spielt damit. Und bekanntlich ist ja unser Lieblings-Gerät, der Computer, bestens zum Spielen geeignet. Das macht viel Spass. Ideal ist es natürlich dann, wenn man sich in der glücklichen Position befindet, dies während der Arbeitszeit machen zu können und der Arbeitgeber so blöd ist, dass er sich das auch noch als Arbeit unterjubeln lässt.
Mitarbeiter von Forschungsinstituten befinden sich in dieser beneidenswert glücklichen Lage. Und die nötige Intelligenz, um sich irgendwelche Szenarien auszudenken, hat man ja; man muss nur seine Fantasie etwas spielen lassen. Also füttert man den Rechner mit irgendwelchen statistischen Daten, die man ja problemlos im Internet findet, sagt ihm, wie er diese kombinieren soll, und lässt ihn rechnen. In der Zwischenzeit kann man sich ja ausruhen und Daumen drehen.
Eine kleine Zutat fehlt aber noch. Als Nachweis seiner harten Arbeit muss man seine auf diese Weise erzielten „Forschungs“- Ergebnisse publizieren. Aber kein Schwein würde sich dafür interessieren. Dies ändert sich jedoch schlagartig, wenn man Prognosen für die Zukunft mit ins Spiel bringt. Schon immer gab es Propheten und Wahrsagerinnen, die Voraussagen für die Zukunft geliefert haben. Ich weiss zwar nicht, warum man das wissen wollen sollte, aber die halbe Menschheit ist offenbar so gestrickt. Das hat den Wahrsagern stets ein auskömmliches Einkommen garantiert, auch wenn die ihre Voraussagen lediglich per Kaffeesatz oder Kristallkugel getroffen haben. Aber heutzutage gibt es ja den Computer, mit dem man solche Prophezeiungen errechnen kann.
Leider stellt sich halt immer erst in vielen Jahren heraus, dass diese Prognosen auch nicht zutreffender sind, als die mit den Kristallkugen. Aber das ficht diese „Forscher“ nicht an. Wichtig ist, dass die Aufmerksamkeit der Medien garantiert ist (zumindest wenn die Veröffentlichung nicht zu sehr von dem gerade vorherrschenden Mainstream abweicht, weil ja sonst die Karriere schnell beendet sein könnte). Als Zeitraum wählt man am besten das Jahr 2050. Erstens ist das eine schöne Zahl und zweitens stört es nicht mehr, wenn man blühenden Unsinn publiziert hat, weil man dann (hoffentlich) bereits in Pension ist.

2 Antworten to “Rechenmodelle – die moderne Form der Wahrsagerei”

  1. Alter Sack Says:

    Eigentlich bietet sich hier eine geradezu phänomenale Marktlücke für Apple, nämlich das Wahrsagemedium des IT-Zeitalter: Die I-Kugel ;-)!!!

    Ich laß mir daß jetzt patentieren und scheffel dann mit dem Verkauf Millionen, mindestens bis 2050…

  2. Anonymous Says:

    Aber sicher nicht bei Apple….die können nur Preise treiben,klagen,klagen gegen jeden und alles und wissen nichtmal ob sie ein abgefucktes Energiesiegel brauchen oder nicht…das IT-Zeitalter wird wohl bald an Apple´s glatten Arsch vorbeigleiten…..

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